Wolfenbüttels Büchereifusion scheitert – Stadtrat lehnt Kostensparplan ab
Sebastian FischerWolfenbüttels Büchereifusion scheitert – Stadtrat lehnt Kostensparplan ab
Ein Plan zur Zusammenlegung der Bestände der Stadt- und Kreisbücherei Wolfenbüttels ist vom Stadtrat abgelehnt worden. Der von der CDU-Fraktion eingebrachte Vorschlag zielte darauf ab, Kosten zu sparen und die Abläufe angesichts wachsender finanzieller Belastungen effizienter zu gestalten. Beide Kommunalverwaltungen hatten in den vergangenen Jahren mit Haushaltslücken zu kämpfen.
Wolfenbüttel beherbergt drei bedeutende kulturelle Einrichtungen: die international renommierte Herzog August Bibliothek, die städtische Stadtbücherei sowie das Kreisbildungszentrum. Der CDU-Vorschlag sah vor, die Buchbestände der Stadtbücherei und der Kreisbücherei des Landkreises zusammenzuführen. Befürworter argumentierten, dies würde das Defizit von 6,2 Millionen Euro beim Bildungszentrum verringern und gleichzeitig die Logistik vereinfachen – insbesondere für den Fahrbibliotheksdienst.
Teil des Plans war zudem, den zusammengelegten Bestand zum Bahnhof zu verlegen. Dadurch wäre Platz im Bildungszentrum freigeworden, und die Räumlichkeiten des Bahnhofs wären besser genutzt worden. Als der Vorschlag jedoch zur Abstimmung stand, lehnte die Mehrheit der Ratsmitglieder ihn ab.
Haupttreiber für die Idee war die angespannte Haushaltslage. Sowohl die Stadt als auch der Landkreis kämpfen mit knappen Budgets, was zu Forderungen nach engerer Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen geführt hatte. Trotz dieser Sorgen entschied sich der Rat nach Abwägung der möglichen Vor- und Nachteile gegen die Fusion.
Aktuelle Zahlen zu Nutzungstrends der Bibliotheken lagen nicht vor, sodass unklar blieb, wie sich die Zusammenlegung auf Ausleihzahlen oder Besucherfrequenzen ausgewirkt hätte.
Die abgelehnte Vorlage bedeutet, dass die beiden Büchereibestände Wolfenbüttels vorerst getrennt bleiben. Stadt und Landkreis müssen nun nach anderen Lösungen suchen, um ihre finanziellen Herausforderungen zu bewältigen. Die Entscheidung lässt das Defizit des Bildungszentrums ungelöst – ein alternativer Plan steht derzeit nicht in Aussicht.






