Wolfsangriff in Schwanewede: Hobby-Schäfer gibt seltene Schafrasse nach Massaker auf
Philipp FischerWolfsangriff in Schwanewede: Hobby-Schäfer gibt seltene Schafrasse nach Massaker auf
Ein Wolfsrudel hat in Schwanewede eine gesamte Schafherde gerissen – der zweite derartige Vorfall innerhalb von nur drei Wochen. Der Hobby-Schäfer Karsten Bode fand den Großteil seiner Tiere mit schweren Bisswunden vor, vor allem im Halsbereich. Der Vorfall wirft nun Fragen über die Zukunft seiner seltenen und geschützten Schafrasse auf.
Bode hatte rund 7.000 Euro in Schutzmaßnahmen für seine Herde investiert. Das Gehege war mit einem 1,70 Meter hohen Stahlzaun gesichert, der 60 Zentimeter tief im Boden verankert und mit Stacheldraht sowie einer 10.000-Volt-Elektrifizierung versehen war. Trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen drangen die Wölfe ein und töteten über 20 Schafe.
Der Tierarzt Dr. Hinrich Horstmann traf am Tatort ein und musste drei der Tiere sofort einschläfern. Weitere schwer verletzte Schafe dürften dasselbe Schicksal ereilen. Camper in der Nähe bemerkten den Angriff nicht, doch Beamte betonten, es sei ein Glück gewesen, dass keine Kinder auf das Rudel gestoßen seien.
Da keine Entschädigung gezahlt wird – der Zaun entsprach nicht vollständig den Vorschriften –, trafen Bode und seine Frau eine schmerzhafte Entscheidung: Sie gaben die Zucht ihrer besonderen Schafrasse auf und brachten die überlebenden Tiere aus Sicherheitsgründen in einen Stall. Die wiederholten Angriffe werfen ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Nutztieren und Menschen in der Region auf.
Da Vorfälle wie dieser die Schafzucht wirtschaftlich unrentabel machen, bleibt die Zukunft solcher Betriebe ungewiss. Lokale Behörden und Landwirte stehen zunehmend unter Druck, wirksame Lösungen zu finden.






