ZDK startet radikale Reform – Machtkampf mit dem ZVK eskaliert
Deutschlands Autohandelsverband ZDK leitet tiefgreifende Strukturreform ein
Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat zum Jahresbeginn eine umfassende Neuordnung seiner internen Strukturen eingeleitet. Die Reformen sollen mehr Transparenz schaffen und die Arbeit des Verbands stärker an den aktuellen Anforderungen der Branche ausrichten. Doch die Umgestaltung erfolgt in einer Phase zunehmender Spannungen mit dem Zentralverband Kraftfahrzeugtechnik (ZVK), einem konkurrierenden Dachverband, der vor allem Kfz-Werkstätten vertritt.
Machtverschiebung und zentrale Entscheidungsstrukturen Mit den neuen Satzungen entzieht der ZDK seinen Ausschüssen die Entscheidungsbefugnis und reduziert sie auf reine Beratungsfunktionen. Offizielle Stellungnahmen werden künftig ausschließlich von der Führungsebene abgegeben. Dieser Schritt folgt Vorwürfen des ZDK, der ZVK habe gezielt ein "künstlich konstruiertes Szenario" geschaffen, um eine Spaltung der beiden Verbände herbeizuführen.
Ein weiterer zentraler Punkt der Reform: Das bisher übliche Vererben von Vorstandsposten wird abgeschafft. Führungspositionen werden nun nach internen Kriterien des ZDK vergeben – ein Bruch mit langjähriger Tradition. Zudem führt der Verband direkte Mitgliedschaftswege für Werkstätten ein, die sich künftig unmittelbar der Bonner Zentrale anschließen können. Damit soll verhindert werden, dass Innungsverbände den Anschluss verlieren.
Finanzstreit und rechtliche Auseinandersetzungen Die Konflikte zwischen den Verbänden werden zusätzlich durch finanzielle Streitigkeiten angeheizt. Im Oktober 2025 beanspruchte der ZVK 95 Prozent der Mitgliedsbeiträge des ZDK für sich, was diesen zu einer Überarbeitung seiner Gebührenstruktur zwang. Zwar haben die juristischen Auseinandersetzungen um Prüfgebühren an Fahrt verloren, doch der ZDK intensiviert nun die Betreuung betroffener Regionen. Werkstätten sollen über die Gründe und möglichen Folgen eines Austritts aus dem ZVK aufgeklärt werden.
Trennung der Verbände und künftige Unabhängigkeit Die Reformen zielen auch auf eine klare institutionelle Trennung ab: Gemeinsame Personen in Gremien werden schrittweise abgebaut – ein erster Schritt zur vollständigen Eigenständigkeit der beiden Organisationen.
Zentralisierung und Transparenz als Ziele Mit der Neuaufstellung will der ZDK Entscheidungsprozesse straffen und die Transparenz erhöhen. Werkstätten erhalten klarere Wege, um dem Verband beizutreten, während Führungspositionen nicht mehr automatisch vergeben werden. Angesichts der angespannten Lage wird der ZDK in der nächsten Phase direkt mit Betrieben in Dialog treten, um die Änderungen und ihre Auswirkungen zu erläutern.