Zuckersteuer ab 2028: Wie die Regierung Getränkehersteller unter Druck setzt
Philipp FischerZuckersteuer ab 2028: Wie die Regierung Getränkehersteller unter Druck setzt
Die deutsche Bundesregierung wird 2028 eine neue Steuer auf zuckerhaltige Getränke einführen. Mit der Maßnahme soll der Zuckerkonsum gesenkt und die Belastung für das Gesundheitssystem verringert werden. Nach Schätzungen der Behörden wird die Abgabe jährlich rund 450 Millionen Euro einbringen.
Besteuert werden Getränke je nach ihrem Zuckergehalt. Produkte mit weniger als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter bleiben steuerfrei, während stark zuckerhaltige Getränke mit 26 oder 32 Cent pro Liter belastet werden.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte zuvor einen Rückgang des Zuckergehalts in Erfrischungsgetränken um 15 Prozent zwischen 2018 und 2024 behauptet. Ein interner Bericht zeigte jedoch, dass die tatsächliche Reduktion nur 9,1 Prozent betrug. Experten kritisierten zudem methodische Mängel in der ursprünglichen Berechnung, darunter eine unzureichende Berücksichtigung von Proben aus dem Jahr 2018.
Gleichzeitig stieg der Zuckergehalt in kindgerecht vermarkteten Getränken mit bunten Designs im selben Zeitraum um 23 Prozent. Die eigene Analyse des Ministeriums ergab, dass sich der Zuckergehalt in den meisten gesüßten Getränken kaum verändert hatte.
Die neue Steuer soll Hersteller dazu bewegen, ihre Produkte umzustellen. Durch die Besteuerung besonders zuckerreicher Optionen hofft die Regierung, gesündere Alternativen zu fördern. Die Einnahmen sollen in die gesetzliche Krankenversicherung fließen.
Die Abgabe tritt 2028 in Kraft, wobei die Höhe je nach Zuckerkonzentration variiert: Getränke mit fünf bis acht Gramm Zucker pro 100 Milliliter werden mit 26 Cent pro Liter belastet, solche mit mehr als acht Gramm mit 32 Cent. Die Maßnahme folgt auf Jahre mit nur geringen Fortschritten bei der Zuckerreduktion – trotz früherer Erfolgsmeldungen.






