Zufit Simon eröffnet Best OFF Festival mit radikalem The Fight Club in Hannover
Philipp FischerZufit Simon eröffnet Best OFF Festival mit radikalem The Fight Club in Hannover
Choreografin Zufit Simon eröffnet das Best OFF Festival für Independent-Theater in Hannover mit The Fight Club
Am 23. April wird die Choreografin Zufit Simon das Best OFF Festival für Independent-Theater in Hannover mit ihrer neuesten Arbeit The Fight Club eröffnen. Das Stück markiert einen kühnen Bruch in ihrer künstlerischen Ausrichtung – mit einem Fokus auf Kampf und maskuline Energie. Mit 45 Jahren bleibt Simon eine prägende Stimme im zeitgenössischen Tanz, bekannt für ihren scharfen, subversiven Stil.
Geboren 1980 in Israel, zog Simon vor 25 Jahren nach Deutschland und pendelt heute zwischen München, Braunschweig und Berlin. Schon mit vier Jahren begann sie zu tanzen, später studierte sie zeitgenössischen Tanz an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt. Ihr frühes Solo fleischlos gewann 2005 den dritten Platz als Bester deutscher Tanzsolo bei der euroscene Leipzig.
Simons Werk kreist oft um Frauen und Performende, die als weiblich gelesen werden, und verbindet formale Präzision mit trockenem Witz. 2024 erhielt ihre Produktion Radical Cheerleading – ein körperlicher Protest in Tanzform – den Best OFF Festival-Preis. Doch im selben Jahr musste das LOT-Theater Braunschweig aufgrund von Insolvenz schließen, nachdem das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur 2016 die konzeptionelle Förderung gekürzt hatte. Diese Veränderungen erschwerten ihre Planungssicherheit, stoppten ihre künstlerische Arbeit jedoch nicht.
Trotz finanzieller Herausforderungen bleibt Simon innovativ. The Fight Club bricht neues Terrain auf: Weg von ihren gewohnten Themen hin zu aggressiver Bewegung und maskuliner Attitüde. Ein langjähriger Unterstützer, die artblau Tanzwerkstatt von Dietrich Oberländer in Braunschweig, bleibt ein zentraler Kooperationspartner. 2025 erhielt sie den Münchner Tanzpreis für ihr Lebenswerk und festigte damit ihren Einfluss auf die Szene.
The Fight Club feiert Premiere als Simons jüngste Erforschung von Bewegung und Identität. Ihr Schaffen ist geprägt von Auszeichnungen, Förderkämpfen und einem unermüdlichen Drang, künstlerische Grenzen zu sprengen. Ihre Arbeiten fordern das Publikum heraus und erweitern zugleich die Möglichkeiten des zeitgenössischen Tanzes.






