ABC stoppt The Bachelorette-Staffel nach Gewaltvideo der Hauptdarstellerin
Philipp FischerABC stoppt The Bachelorette-Staffel nach Gewaltvideo der Hauptdarstellerin
ABC streicht gesamte Staffel von The Bachelorette nach Gewaltvideo der Hauptdarstellerin
ABC hat die gesamte Staffel von The Bachelorette abgesagt, nachdem ein Video aufgetaucht ist, das die Protagonistin Taylor Frankie Paul in einer gewalttätigen Auseinandersetzung zeigt. Die Aufnahmen aus dem Jahr 2023 reiht sich in eine lange Liste von Kontroversen ein, die das Format seit Jahren begleiten. Immer wieder stand die Show wegen mangelnder Diversität, kultureller Unempfindlichkeit und des Umgangs mit Kandidaten in der Kritik.
Der jüngste Skandal betrifft Taylor Frankie Paul, deren Staffel nach Veröffentlichung des Videos gestrichen wurde. Darin ist zu sehen, wie sie ihren ehemaligen Partner körperlich angreift – sie schlägt, tritt und wirft Möbel um –, während ihre kleine Tochter sichtlich verstört zusieht. Es ist das erste Mal, dass ABC eine vollständig abgedrehte Staffel von The Bachelorette komplett verwirft.
Diversitätsprobleme begleiten das Format seit seinen Anfängen. 2012 wurde eine Klage eingereicht, in der den Produzenten vorgeworfen wurde, Menschen mit Migrationshintergrund systematisch von Hauptrollen auszuschließen; das Verfahren wurde später eingestellt. Durch öffentlichen Druck wurde Rachel Lindsay 2017 zur ersten schwarzen Bachelorette, gefolgt von Matt James als erstem schwarzen Bachelor 2021. Jenn Tran schrieb 2024 Geschichte als erste asiatisch-amerikanische Protagonistin.
Doch die Fortschritte bleiben ungleich. Kandidat:innen mit Migrationshintergrund sehen sich häufig rassistischen Anfeindungen ausgesetzt – von Hasskommentaren in sozialen Medien bis hin zu Boykottaufrufen. 2014 löste der damalige Bachelor Juan Pablo Galavis mit homophoben Äußerungen Empörung aus und unterstrich damit die Inklusionsdefizite der Show. Eine Folge aus dem Jahr 2019, die in Singapur spielte, wurde kritisiert, nachdem Teilnehmer:innen lokales Essen verspotteten – ein weiteres Beispiel für kulturelle Ignoranz.
Nach den Black-Lives-Matter-Protesten 2020 versuchte das Format, sich zu reformieren: ABC kündigte diversere Casting-Aufrufe an und verpflichtete sich, inklusivere Produzent:innen einzustellen. Mit Protagonist:innen wie Charity Lawson 2023 sollten diese Veränderungen sichtbar werden. Doch Skepsis bleibt, ob es sich um tiefgreifende Reformen oder bloße Symbolpolitik handelt.
Sogar die Moderator:innen blieben von Skandalen nicht verschont. 2021 trat der langjährige Gastgeber Chris Harrison nach 19 Jahren zurück, nachdem er die Kandidatin Rachael Kirkconnell verteidigt hatte. Diese hatte an einer Party teilgenommen, die im Stil einer Plantage vor dem amerikanischen Bürgerkrieg inszeniert war, und sich mit einem Kostüm indigener Herkunft gezeigt. Der Shitstorm führte zu seinem Abgang.
Die Abschaffung von Taylor Frankie Pauls Staffel ist nur der vorläufige Höhepunkt einer jahrelangen Krise des Bachelor-Franchise. Zwar hat ABC Schritte unternommen, um Diversität und Verhalten zu verbessern – doch der aktuelle Vorfall wirft erneut Fragen nach Konsequenz und Verantwortung auf. Die Zukunft der Show hängt nun davon ab, wie sie mit den Skandalen auf dem Bildschirm und den strukturellen Problemen hinter den Kulissen umgeht.






