McCormick will Knorr übernehmen – ein Milliardendeal mit Tradition
Philipp FischerMcCormick will Knorr übernehmen – ein Milliardendeal mit Tradition
Der US-amerikanische Gewürzriese McCormick & Company plant einen großen Zukauf in Europa. Das in Maryland ansässige Unternehmen, bekannt für seine Gewürzmischungen und scharfen Saucen, verhandelt aktuell über die Übernahme von Knorr vom Konzern Unilever. Sollte der Deal zustande kommen, könnte dies die globale Lebensmittelbranche neu ordnen – und für eine der ältesten deutschen Haushaltsmarken einen weiteren Besitzerwechsel bedeuten.
Knorr ist seit fast 200 Jahren fester Bestandteil deutscher Küchen. Die Marke, berühmt für ihre Instant-Suppen, Saucen und Gewürze, gehörte einst zum US-Konzern Bestfoods, bevor Unilever sie im Jahr 2000 übernahm. Nun könnte bereits das nächste amerikanische Unternehmen die Führung übernehmen.
Unilever baut sein Geschäft seit Jahren um. 2025 spaltete der Konzern seine Eiskrem-Sparte ab und brachte sie separat an die Börse – ein Schritt im Rahmen einer Strategie, die auf profitablere Produkte setzt. Der mögliche Verkauf von Knorr würde in diese Richtung passen, da Lebensmittelkonzerne zunehmend unter Druck geraten, angesichts preisbewusster Verbraucher ihre Margen zu sichern.
Für McCormick hätte die Übernahme erhebliche Vorteile. Das Unternehmen erwirtschaftet bereits fast 7 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz und beschäftigt weltweit rund 14.000 Mitarbeiter. Mit Knorr im Portfolio könnte es seine Position auf dem globalen Gewürzmarkt weiter ausbauen. Branchenanalysten schätzen, dass der Deal Milliarden wert sein könnte, auch wenn konkrete Zahlen noch nicht bekannt sind.
Der mögliche Verkauf spiegelt größere Verschiebungen in der Lebensmittelindustrie wider: Während Unternehmen wie Unilever ihre Strukturen straffen, setzen Konkurrenten auf Wachstum durch Übernahmen. Gelingt McCormick die Übernahme von Knorr, würde damit eine der bekanntesten deutschen Lebensmittelmarken erneut in US-Besitz übergehen.






