AfD startet umstrittene "Messer-App" – wie Berlin mit steigender Gewalt kämpft
Philipp FischerAfD startet umstrittene "Messer-App" – wie Berlin mit steigender Gewalt kämpft
Die Berliner Landesverbände der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) haben ein neues Tool vorgestellt, um die Messergewalt in der Hauptstadt zu thematisieren. Die sogenannte "Messer-App" erfasst polizeilich gemeldete Vorfälle und Verletzungen aus dem Jahr 2024. Die Partei behauptet, damit mehr Transparenz vor den anstehenden Wahlen zu schaffen.
Allein im vergangenen Jahr stiegen Messerangriffe in Berlin um 5,5 Prozent – die Polizei registrierte 3.412 Fälle. Die AfD wirft der regierenden Koalition vor, das Problem nicht offen anzugehen, und hat damit eine hitzige politische Debatte ausgelöst.
Der Berliner AfD-Landesverband veröffentlichte die Übersicht zu Messerattacken Anfang 2025. Eine interaktive Karte zeigt, wo die Angriffe stattfanden und wie viele davon zu Verletzungen führten. Die Fraktionsvorsitzende Kristin Brinker warf der Regierungskoalition vor, das wahre Ausmaß der Gewaltkriminalität zu verschleiern.
Laut AfD klafft eine große Lücke zwischen Polizeieinsätzen und den offiziell in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) erfassten Fällen. Die Partei sieht darin einen Beleg für mangelnde Transparenz. Allerdings gibt es keine öffentlichen Daten dazu, wie viele der 1.906 identifizierten Tatverdächtigen aus dem Jahr 2024 tatsächlich angeklagt oder verurteilt wurden.
Die Initiative stößt auf scharfe Kritik. Die Linke wirft der AfD vor, "gezielt Ängste zu schüren" und "Hass gegen Migranten anzuheizen". Gleichzeitig nahmen auch waffenbezogene Straftaten zu: 2025 verzeichnete die Polizei einen Anstieg von Schusswaffen-Vorfällen um 68 Prozent.
Als Reaktion auf die steigende Gewalt hat die Stadt drei Waffen- und Messerverbotszonen eingerichtet. Spezialeinheiten von Polizei und Staatsanwaltschaft konzentrieren sich nun auf die Bekämpfung von Messerkriminalität. Burkhard Dregger, innenpolitischer Sprecher der CDU, fordert eine Ausweitung dieser Zonen auf weitere Stadtteile.
Mit der "Messer-App" rückt die AfD die Messergewalt in den Mittelpunkt des Berliner Wahlkampfs. Bei 3.412 registrierten Angriffen im Jahr 2024 und einem Anstieg der Schusswaffengewalt bleibt das Thema eine der drängendsten Herausforderungen. Die Behörden setzen weiterhin auf Verbotszonen und Spezialeinheiten, um das Problem einzudämmen.






