22 March 2026, 02:15

BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie und erhöht Sparziele trotz Rekord-Ölpreisen

Balkendiagramm, das Wertminderungen von Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie und erhöht Sparziele trotz Rekord-Ölpreisen

BP treibt tiefgreifende Umstrukturierungen voran – trotz steigender Ölpreise und Lieferkettenprobleme

Der britische Energiekonzern BP setzt angesichts stark gestiegener Ölpreise und wachsender Belastungen in den Lieferketten auf weitreichende Veränderungen. Das Unternehmen hat den Verkauf einer großen Raffinerie in Deutschland bekannt gegeben und seine Sparziele deutlich erhöht. Dennoch bleiben Analysten bei der langfristigen Einschätzung des Konzerns zurückhaltend.

Die Aktie des Ölmulti hat in diesem Jahr bereits um über 27 Prozent zugelegt, doch das durchschnittliche Kursziel liegt bei nur 38,28 US-Dollar. Aktuelle Entwicklungen – darunter der Verkauf einer Raffinerie und interne Umstrukturierungen – haben sowohl Investoren als auch Marktbeobachter aufmerksam werden lassen.

BP hat sich mit der Klesch Group auf den Verkauf seiner Raffinerie in Gelsenkirchen geeinigt. Der Deal umfasst die Übernahme von rund 1.800 Mitarbeitern sowie einer Anlage, die jährlich bis zu 12 Millionen Tonnen Rohöl verarbeiten kann. Durch diesen Verkauf könnten BP-Verbindlichkeiten um bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar reduziert werden. Die HSBC hat daraufhin ihre Bewertung von "Reduzieren" auf "Halten" angehoben und das Kursziel nach oben korrigiert.

Gleichzeitig beschleunigt das Unternehmen seine interne Neuausrichtung vor dem Hintergrund explodierender Ölpreise. Die Nordseesorte Brent notiert bei rund 112 US-Dollar pro Fass – bedingt auch durch Blockaden in der Straße von Hormus. Eine gewisse Entlastung brachte eine 60-tägige Aussetzung des Jones Act, die es ausländischen Schiffen erlaubt, Waren zwischen US-Häfen zu transportieren.

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Seit Februar 2025 hat BP sein Einsparziel bereits zweimal erhöht und strebt nun bis 2027 Kostensenkungen in Höhe von 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar an. Im Fokus steht die Straffung der Öl- und Gasgeschäfte. Unterdessen führte ein Arbeitskonflikt in der BP-Raffinerie Whiting im Bundesstaat Indiana zur Aussperrung von etwa 800 gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten. Die Unternehmensführung erwartet jedoch keine nennenswerten Produktionsausfälle.

Die Marktkapitalisierung von BP ist zuletzt gestiegen und übertrifft damit Konkurrenten wie ExxonMobil und Shell. Bis 2027 plant der Konzern, Desinvestitionen im Volumen von 20 Milliarden US-Dollar abzuschließen – davon sind bereits über 11 Milliarden US-Dollar gesichert. Diese Maßnahmen sollen die Bilanz stärken und die zukünftige Liquidität sichern.

BP setzt mit seinen jüngsten Schritten auf eine Strategie, die auf volatile Ölmärkte reagiert und die finanzielle Stabilität verbessern soll. Der Raffinerieverkauf in Deutschland und die höheren Sparziele deuten auf einen Wandel hin zu einem schlankeren Unternehmen hin. Zwar hat die Aktie in diesem Jahr kräftig zugelegt, doch Analysten bewerten die künftige Entwicklung des Konzerns weiterhin mit Vorsicht.

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