CDU leitet Parteiausschlüsse nach AfD-Kooperation in Biebesheim ein
Die CDU in Biebesheim am Rhein hat Parteiausschlussverfahren gegen Mitglieder eingeleitet, die bei Kommunalwahlen gemeinsam mit der rechtsextremen AfD gestimmt haben. Dieser Schritt folgt auf wiederholte Fälle der Zusammenarbeit zwischen beiden Parteien, bei denen fast 19 Prozent der inhaltlichen Abstimmungen zwischen 2019 und 2024 eine direkte Kooperation zeigten. Den Ausschlag gab eine jüngste gemeinsame Kandidatenliste, die innerhalb der CDU für Aufsehen sorgte.
Im Mittelpunkt des Streits steht eine von CDU- und AfD-Vertretern eingereichte gemeinsame Liste für die Wahl der ehrenamtlichen Stellvertreter des Bürgermeisters. Diese wurde als Alternative zu einem gemeinsamen Vorschlag von SPD, Grünen und Freien Wählern präsentiert. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Ulrich Harth hatte darauf gedrängt, dass seine Partei einen der Stellvertreterposten besetze – was schließlich zu dem ungewöhnlichen Bündnis führte.
In einem weiteren Fall wurde der AfD-Kandidat Bernd Kahnert nach einer Absprache zwischen beiden Parteien in den Gemeindevorstand gewählt. Besonders häufig arbeiteten bei lokalen Abstimmungen parteilose Gemeinderäte und Mitglieder kleinerer Parteien mit der AfD zusammen. Die CDU bezeichnete die gemeinsame Stimmabgabe später als "offensichtlich spontan und unabgestimmt" und versuchte so, deren Bedeutung herunterzuspielen.
Die Entscheidung, Mitglieder auszuschließen, erhielt Rückendeckung vom hessischen CDU-Generalsekretär Leopold Born, der "sofortiges und entschlossenes" Handeln auf lokaler Ebene forderte. Der CDU-Kreisvorsitzende Stefan Sauer unterstrich diese Haltung und erklärte, die Ausschlusspolitik sei nicht verhandelbar. Diese harte Linie folgt auf die Ermordung des CDU-Politikers Dr. Walter Lübcke im Jahr 2020, die die Debatte über Verbindungen zu Extremisten weiter verschärft hatte.
Die Ausschlussverfahren markieren einen klaren Bruch mit der lokalen Zusammenarbeit mit der AfD. Die CDU-Führung hat ihre Ablehnung von Bündnissen mit der rechtsextremen Partei erneut bekräftigt. Wie sich dies auf die künftige Kommunalpolitik und die innerparteilichen Dynamiken auswirken wird, bleibt abzuwarten.






