CDU-Skandal in Niedersachsen: Deepfake-Video mit sexualisierten Inhalten in WhatsApp-Gruppe geteilt
Lotta BrandtCDU-Skandal in Niedersachsen: Deepfake-Video mit sexualisierten Inhalten in WhatsApp-Gruppe geteilt
In einer privaten WhatsApp-Gruppe mit Verbindungen zur CDU-Landtagsfraktion in Niedersachsen wurde ein Deepfake-Video mit sexualisierten Inhalten geteilt. Der Vorfall führte zu disziplinarischen Maßnahmen, darunter eine fristlose Kündigung und eine Suspendierung. Fraktionschef Sebastian Lechner verurteilte das Video als „unertragbar, frauenfeindlich und erniedrigend“.
Das mutmaßlich mit KI erstellte Video zeigte eine junge Mitarbeiterin in Bikini bei suggestiven Tanzbewegungen und später in einer simulierten Oralverkehrsszene. Erst drei Monate nach der Erstellung erfuhr sie durch eine Kollegin von dessen Existenz.
Die WhatsApp-Gruppe mit dem Namen „MitGLIEDER“ umfasste zwei Drittel der männlichen Fraktionsmitarbeiter. Nach Bekanntwerden des Videos wurde der Ersteller angewiesen, es zu löschen, und erhielt im Januar eine offizielle Rüge vom damaligen Fraktionsgeschäftsführer Adrian Mohr.
Als der Fall öffentlich wurde, erfolgte die fristlose Entlassung des Erstellers, während Mohr suspendiert wurde. Die CDU reagierte mit der Ernennung von Barbara Otte-Kinast zur Ombudsfrau und der Beauftragung externer Mediatoren, um das Arbeitsklima zu verbessern. Die Fraktion ist nun um zwei Mitarbeiter reduziert.
Zunächst veröffentlichte die CDU eine Pressemitteilung, erklärte den Fall jedoch am 5. Mai – über einen Monat später – für abgeschlossen.
Der Vorfall hat die CDU-Fraktion in Niedersachsen nicht nur personell geschwächt, sondern wirft auch weiterhin Fragen zur Arbeitskultur auf. Dass die Betroffene erst Monate nach der Erstellung des Videos davon erfuhr, unterstreicht Versäumnisse bei der internen Meldung. Zwar hat die Partei Schritte eingeleitet, um weiteres Fehlverhalten zu verhindern, doch bleibt die Wiederherstellung des Vertrauens eine Herausforderung.






