Deutsche lehnen Kürzungen bei der Krankenversicherung kategorisch ab
Tobias NeumannDeutsche lehnen Kürzungen bei der Krankenversicherung kategorisch ab
Eine neue Umfrage zeigt deutlichen Widerstand der Deutschen gegen mögliche Kürzungen bei den Leistungen der Krankenversicherung. Die von Insa im Auftrag der Bild am Sonntag durchgeführte Erhebung ergab, dass die Mehrheit der Befragten Änderungen an der gesetzlichen Krankenversicherung ablehnt. Die Ergebnisse erscheinen kurz vor der Vorstellung von Kostensenkungsvorschlägen durch eine Expertenkommission am kommenden Montag.
Die zwischen dem 26. und 27. März 2026 durchgeführte Befragung unter 1.003 Personen untersuchte die Haltung zu möglichen Reformen. Nur 21 Prozent wären bereit, eine Reduzierung der Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung zu akzeptieren. Gleichzeitig lehnten 39 Prozent jegliche Kürzungen bei den Gesundheitsleistungen kategorisch ab.
Kaum jemand zeigte Bereitschaft, mehr für die Versicherung zu zahlen. Lediglich 8 Prozent sprachen sich für höhere Beitragssätze aus. Weitere 14 Prozent befürworteten die Wiedereinführung von Zuzahlungen für Arztbesuche – eine Maßnahme, die bei früheren Reformen abgeschafft worden war.
Bei anderen potenziellen Änderungen waren die Meinungen gespalten. Während 31 Prozent die Abschaffung der Überweisungspflicht für Facharztbesuche akzeptieren könnten, sprachen sich 57 Prozent gegen die Streichung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern aus. Nur 28 Prozent unterstützten diese Idee. Ähnlich verhält es sich mit höheren Eigenbeteiligungen für Medikamente und Krankenhausaufenthalte: Hier zeigten sich nur 11 Prozent offen.
Die im September eingesetzte Expertenkommission zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung hat bisher keine konkreten Reformpläne vorgelegt. Ihre ersten Empfehlungen werden am Montag in Berlin präsentiert.
Die Umfrage unterstreicht die tiefe Skepsis der Bevölkerung gegenüber Kürzungen im Gesundheitswesen. Angesichts der für diese Woche erwarteten Vorschläge der Expertenkommission steht die Regierung vor der Herausforderung, Kosteneinsparungen mit den Sorgen der Wähler in Einklang zu bringen. Die meisten Befragten zeigen sich nicht bereit, höhere persönliche Belastungen oder Leistungskürzungen zu akzeptieren.






