30 March 2026, 10:20

Tausende protestieren in Köln und Bonn gegen sexualisierte Gewalt und digitale Übergriffe

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Du kannst uns nicht unterdrücken, vereine dich widerstehe Feministin" auf einer Straße, neben einem Fahrrad und Ballons im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Tausende protestieren in Köln und Bonn gegen sexualisierte Gewalt und digitale Übergriffe

Tausende sind in Köln und Bonn auf die Straße gegangen, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren. Die Demonstrationen folgen einer hitzigen nationalen Debatte nach einer Der-Spiegel-Untersuchung zu digitaler Gewalt, in die die Schauspielerin Collien Fernandes verwickelt war. Die Forderungen nach strengeren Gesetzen und mehr Verantwortung sind in den letzten Tagen lauter geworden.

Die Proteste begannen in Köln, wo am Samstag über 5.000 Menschen auf die Straße gingen. Einen Tag später versammelten sich in Bonn mehr als 500 Menschen auf dem Marktplatz vor dem alten Rathaus. Die Bonner Kundgebung wurde von einem Bündnis aus Stadtratsparteien organisiert, darunter die Grünen, die CDU, die SPD und Volt.

Jede Rednerin und jeder Redner bei den Kundgebungen forderte, dass Männer Verantwortung im Kampf gegen Frauenfeindlichkeit übernehmen. Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz für dessen jüngste Äußerungen zu sexualisierter Gewalt. Achtermeyers Forderung nach schärferen rechtlichen Schutzmaßnahmen wurde vom Publikum mit starkem Applaus bedacht.

Das Thema spaltet auch die CDU. Weibliche Mitglieder der Frauen-Union der Partei drängen auf bessere Schutzmechanismen für Frauen, stoßen dabei aber auf wenig Unterstützung bei ihren Parteikollegen. Unterdessen setzt die öffentliche Empörung die Abgeordneten unter Handlungsdruck.

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Als Reaktion arbeitet Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) an Reformen, um digitale Gewalt zu bekämpfen. Geplante Maßnahmen umfassen die Strafbarkeit der unerlaubten Erstellung und Verbreitung von Nacktaufnahmen und Deepfakes. Zudem sind Verbote von Spionagesoftware, strengere Regeln zur Offenlegung von IP-Adressen für Tech-Unternehmen und härtere Strafen für Täter vorgesehen. Weitere Schritte, wie elektronische Fußfesseln für Wiederholtäter, werden diskutiert. Die Entwürfe befinden sich Stand 2026 noch in der internen Regierungsprüfung.

Die Proteste in beiden Städten zeigen, wie tief das Thema sexualisierte Gewalt in der Rheinregion verankert ist.

Die Demonstrationen haben die Forderungen nach rechtlichen und gesellschaftlichen Veränderungen verschärft. Hubigs Reformvorschläge zielen darauf ab, digitale Gewalt einzudämmen und den Schutz für Betroffene zu stärken. Die nächsten Schritte der Regierung werden entscheiden, wie schnell diese Maßnahmen Gesetz werden.

Quelle