Ehegattensplitting begünstigt vor allem Familien mit Kindern und steuerrelevanten Nachkommen
Sebastian FischerEhegattensplitting begünstigt vor allem Familien mit Kindern und steuerrelevanten Nachkommen
Eine neue Analyse zeigt, wie das deutsche Ehegattensplitting Steuervorteile unter verheirateten Paaren verteilt. Die Studie des Kölner Instituts für Wirtschaftsforschung (IW), die am Dienstag im Handelsblatt veröffentlicht wurde, belegt, dass der Großteil der Entlastungen an Familien mit Kindern fließt – insbesondere an Haushalte mit minderjährigen oder in Ausbildung befindlichen Kindern.
Die jährlichen Steuersparnisse durch das Ehegattensplitting belaufen sich auf rund 25 Milliarden Euro. Davon profitieren zu 90 Prozent verheiratete Paare mit Kindern. Innerhalb dieser Gruppe entfallen 67 Prozent auf Eltern mit "steuerrelevanten Kindern" – also unter 18-Jährige oder solche, die sich noch in Schule, Studium oder Berufsausbildung befinden. Die restlichen 33 Prozent kommen Eltern zugute, deren Kinder bereits volljährig und nicht mehr abhängig sind.
Die Verteilung variiert zudem je nach Einkommensstruktur des Haushalts: Alleinverdiener-Familien erhalten 37 Prozent des Gesamtvorteils, während 63 Prozent an Paare gehen, bei denen beide Partner erwerbstätig sind. Kinderlose Ehepaare hingegen profitieren nur mit 9 Prozent der Ersparnisse – das entspricht etwa 2,2 Milliarden Euro pro Jahr.
Der IW-Bericht betont, dass Reformen des Systems vor allem Alleinverdiener-Haushalte treffen würden. Offizielle Daten dazu, wie sich diese Ersparnisse in den vergangenen fünf Jahren entwickelt haben oder wie sie im Vergleich zu früheren IW-Schätzungen stehen, liegen nicht vor.
Die Studie unterstreicht die starke Konzentration der Steuervergünstigungen auf Familien mit Kindern. Alleinverdiener- und Doppelverdiener-Haushalte mit Kindern erhalten die größten Anteile der jährlichen 25 Milliarden Euro. Künftige Änderungen des Systems müssten diese Verteilungsmuster berücksichtigen.






