Energiekrise droht: Deutschlands Gasreserven sinken auf Rekordtief von 20 Prozent
Tobias NeumannOlaf Lies fordert Maßnahmen gegen hohe Energiekosten - Energiekrise droht: Deutschlands Gasreserven sinken auf Rekordtief von 20 Prozent
Deutschlands Energiesicherheit in Gefahr: Gasreserven auf Rekordtief
Mit dem nahenden Winter gerät Deutschlands Energiesicherheit zunehmend unter Druck: Die Gaslagerbestände sind auf ein Rekordtief von nur noch 20 Prozent gesunken – halb so viel wie im Vorjahr. Experten warnen, dass kritische Schwellenwerte bereits unterschritten wurden. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat nun dringende Bedenken zur Versorgungsvorbereitung des Landes geäußert.
Lies forderte die Bundesregierung auf, alle möglichen Maßnahmen zu prüfen, um Engpässe zu vermeiden. Besonders betonte er die Notwendigkeit einer strategischen Gasreserve von 78 Terawattstunden – genug, um 90 Tage lang Lieferausfälle abzufedern. Die aktuelle Strategie, die auf Flüssiggas-Terminals (LNG) und Marktkräfte setzt, könnte seiner Ansicht nach nicht ausreichen.
Die inländische Förderung, vor allem in der Nordsee, müsse laut Lies eine größere Rolle spielen. Zudem plädierte er für den Bau eines dritten LNG-Terminals in Wilhelmshaven, um die Importwege aus Norwegen und den Niederlanden zu diversifizieren. Gleichzeitig wies er erneute Forderungen nach einer Rückkehr zur Atomkraft zurück und bekräftigte, dass der Ausbau erneuerbarer Energien die beste langfristige Lösung bleibe.
Doch nicht nur Gas bereitet Sorgen: Lies nahm auch die steigenden Spritpreise in den Blick und rief die Mineralölkonzerne zum Handeln auf. Die wachsende Verärgerung der Verbraucher über die explodierenden Kosten an den Tankstellen sei verständlich, so der Ministerpräsident. Zudem warnte er vor geopolitischen Risiken – etwa den Spannungen mit dem Iran, die die Energiemärkte weiter destabilisieren könnten.
Mit den dramatisch niedrigen Lagerbeständen steht Deutschland ein herausfordernder Winter bevor. Lies' Vorschläge – von strategischen Reserven über erweiterte LNG-Kapazitäten bis hin zur Stärkung der heimischen Förderung – zielen darauf ab, die Abhängigkeit von unsicheren Importen zu verringern. Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Energieversorgung des Landes zu sichern.






