Hamburger Dom: Warum ich nach 70 Metern Höhe nie wieder einsteige
Philipp FischerHamburger Dom: Warum ich nach 70 Metern Höhe nie wieder einsteige
Seit 26 Jahren ist der Hamburger Dom ein vertrauter Anblick – und ein vertrauter Klang – direkt vor meinem Fenster. Dreimal im Jahr verwandelt der Rummelplatz das Heiligengeistfeld in St. Pauli in einen Hotspot für Nervenkitzel und zieht Besucher aus ganz Norddeutschland an. Berühmt ist das Volksfest für seine immer extremeren Fahrgeschäfte, die mit jeder Saison noch wilder werden.
Da ich so nah wohne, tragen sich die Schreie der Fahrgäste oft bis in mein Wohnzimmer. Trotz meiner Ängste überredeten mich Freunde einmal, die "Aussichtsgondel" auszuprobieren – eine Attraktion, die Besucher 70 Meter in die Höhe befördert. Bevor ich einstieg, stellte ich eine Bedingung: Wer mit mir in den Aufzug stieg, musste auch die Abfahrt mitmachen.
Die Gondel selbst war überraschend stabil. Sie drehte sich nicht, und es gab genug Haltegriffe. Doch die ganze Zeit über verfolgte mich die Angst vor einem möglichen technischen Defekt. Selbst der Gedanke, an den Losbuden einen riesigen Plüschtierpreis zu gewinnen, jagte mir einen Schauer über den Rücken. Als die Fahrt vorbei war, wusste ich: Das war's – nie wieder.
Für viele bleibt der Hamburger Dom ein Spektakel aus Adrenalin und Begeisterung. Für mich jedoch ist die Erinnerung an diese schwindelerregende Höhe – und die Erleichterung, wieder festen Boden unter den Füßen zu spüren – Grund genug, seitdem standhaft am Boden zu bleiben. Das Tosen des Rummelplatzes dringt weiterhin durch mein Fenster.






