04 April 2026, 08:18

IG Metall plant "Job-to-Job"-Netzwerk für Sachsen-Anhalts Industrieumbruch

Eine Liniengrafik, die die Beschäftigungsquote in den Vereinigten Staaten zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

IG Metall plant "Job-to-Job"-Netzwerk für Sachsen-Anhalts Industrieumbruch

Die Gewerkschaft IG Metall setzt sich für ein landesweites "Job-to-Job"-Netzwerk in Sachsen-Anhalt ein, um Beschäftigte bei strukturellen Veränderungen in der Industrie zu unterstützen. Das Vorhaben zielt darauf ab, ein dauerhaftes System zu schaffen, das Arbeitnehmern den Übergang in neue Positionen ermöglicht – noch bevor sie arbeitslos werden. Laut der Gewerkschaft würde dieser Ansatz verhindern, dass wertvolles Fachwissen während großer wirtschaftlicher Umbrüche verloren geht.

Sachsen-Anhalt steht vor erheblichen Herausforderungen, darunter die Dekarbonisierung, die digitale Transformation, geopolitische Verschiebungen und eine alternde Belegschaft. Diese Entwicklungen bergen die Gefahr, dass qualifizierte Arbeitskräfte ihren Job verlieren, während gleichzeitig in vielen Branchen Stellen unbesetzt bleiben. Thorsten Gröger, der Regionsleiter von IG Metall, betonte, eine moderne Industrieregion müsse sich darauf konzentrieren, reibungslose Übergänge zu organisieren – statt lediglich Arbeitsplatzverluste zu verwalten.

Der Gewerkschaftsplan sieht den Aufbau eines Netzwerks vor, das Arbeitgeber, Gewerkschaften, staatliche Institutionen, Industrie- und Handelskammern sowie Bildungsträger verbindet. Dieses System würde bestehende Instrumente nutzen – etwa Arbeitsagenturen, Betriebsräte und Weiterbildungsprogramme –, um freigesetzte Beschäftigte mit neuen Chancen zusammenzubringen. Bevor externe Übergänge in Betracht gezogen werden, sollten Unternehmen jedoch zunächst interne Lösungen prüfen, etwa Umschulungen oder die Versetzung von Mitarbeitern in andere Bereiche.

Ziel ist eine langfristige Struktur, die einen sozialverträglichen industriellen Wandel sichert. Statt kurzfristiger Maßnahmen fordert IG Metall ein verlässliches, landesweites System, das Fachkompetenz in der Region hält. Der Erfolg hängt dabei von der Zusammenarbeit aller Beteiligten ab – von Unternehmen über Gewerkschaften bis hin zur Landesregierung.

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Sollte das Netzwerk umgesetzt werden, würde es die Lücke zwischen Überangebot an Arbeitskräften und Fachkräftemangel in Schlüsselsektoren schließen. Die Initiative will Arbeitsplätze sichern, bevor es zur Arbeitslosigkeit kommt, und dafür sorgen, dass Know-how in Sachsen-Anhalts Wirtschaft bleibt. Vergleichbare Großprojekte in anderen Bundesländern sind bisher nicht bekannt – dieser Vorschlag könnte somit bundesweit Pilotcharakter haben.

Quelle