Karfreitag 2024: Wo Tanzen verboten ist und warum die Regeln streitbar bleiben
Tobias NeumannKarfreitag 2024: Wo Tanzen verboten ist und warum die Regeln streitbar bleiben
Karfreitag bleibt einer der strengsten Feiertage Deutschlands, an dem seit langem geltende Vorschriften das öffentliche Leben im ganzen Land einschränken. Tanzen, Livemusik und selbst bestimmte Filme unterliegen regionalen Verboten, während einige Bundesländer über 24 Stunden lang fast vollständige Ruhe vorschreiben. Auch in diesem Jahr gelten die Regelungen unverändert – doch nicht ohne Kritik.
Der Feiertag zählt zu den "stillen Feiertagen" Deutschlands, zu denen auch der Volkstrauertag und der Totensonntag gehören. Jedes Bundesland setzt die Beschränkungen jedoch unterschiedlich um, manche verhängen sogar einen nahezu vollständigen Stillstand des öffentlichen Lebens.
In Berlin sind öffentliche Tanzveranstaltungen von 4 Uhr morgens bis 21 Uhr an Karfreitag verboten. Lokale mit Alkoholausschank dürfen keine musikalischen Aufführungen veranstalten, und Sportevents mit Unterhaltungsprogrammen sind ebenfalls untersagt. Zudem gelten die allgemeinen Sonntagsruheregeln, die laute Aktivitäten einschränken.
Brandenburg geht noch weiter: Öffentliche Tanzveranstaltungen sind von Mitternacht an Karfreitag bis 4 Uhr morgens des Folgetags verboten. Freiluftveranstaltungen, Umzüge und jegliche öffentliche Unterhaltung – einschließlich Events in Gastronomiebetrieben, die über Essen und Trinken hinausgehen – sind für volle 24 Stunden untersagt. Kulturministerin Manja Schüle verteidigt die Regeln und argumentiert, dass besinnliche Stille allen zugutekomme, unabhängig vom Glauben. Die Veranstaltungsbranche hingegen kritisiert die Einschränkungen als überholt und wirtschaftsschädlich.
Bayern verhängt eines der längsten Verbote, das sich über etwa 70 Stunden erstreckt. Tanzen, Livemusik und bestimmte Kinofilme sind untersagt, Verstöße werden hart bestraft. Auch Nordrhein-Westfalen beschränkt öffentliches Tanzen bis 6 Uhr morgens am Karsamstag und schränkt zusätzlich Feste und Großveranstaltungen ein.
Seit mindestens fünf Jahren gelten die Regeln unverändert, ohne dass ein Bundesland kürzlich Anpassungen vorgenommen hätte. Während die einen die Verbote als Bewahrung von Tradition und Besinnlichkeit sehen, betrachten andere sie als unnötige Hindernisse für Kultur und Wirtschaft. Vorerst bleibt es dabei: Die Stille an Karfreitag ist gesetzlich vorgeschrieben.






