03 April 2026, 00:23

S11-Ausbau zwischen Köln und Bergisch Gladbach startet 2026 – doch Fertigstellung dauert Jahre

Offenes Buch mit detaillierten Zeichnungen und Texten, die ein Schienensystem einschließlich einer Illustration der Bahnstrecke zeigen.

S11-Ausbau zwischen Köln und Bergisch Gladbach startet 2026 – doch Fertigstellung dauert Jahre

Der lang ersehnte Ausbau der S-Bahn-Linie S11 zwischen Bergisch Gladbach und Köln kommt endlich voran

Nordrhein-Westfalen (NRW) hat für das Projekt 305 Millionen Euro zugesagt, der Bund steuert 531 Millionen Euro bei – damit beläuft sich das Gesamtbudget auf 836 Millionen Euro. Die Bauarbeiten sollen nun ab etwa 2026 beginnen, doch durch Verzögerungen wird die Fertigstellung erst für das späte Jahrzehnt erwartet.

Erste Pläne für ein zweites Gleis auf der S11 wurden vor über 15 Jahren vorgestellt, doch erst jetzt zeichnen sich konkrete Zeitpläne ab. Das Vorhaben umfasst den zweigleisigen Ausbau zwischen Köln-Dellbrück und Bergisch Gladbach sowie die Modernisierung des Bahnhofs Bergisch Gladbach, der von zwei auf vier Bahnsteige erweitert wird. Zudem entsteht ein neuer Haltepunkt, Köln-Kalk West, und alle Stationen zwischen Köln-Holweide und Bergisch Gladbach werden barrierefrei umgebaut.

Bevor die eigentlichen Bauarbeiten starten, müssen jedoch wichtige Vorbereitungen getroffen werden. Dazu gehören der Bau eines neuen Stellwerks und die Sanierung von Brücken, wofür die S11 für bis zu 1,5 Jahre komplett gesperrt werden muss. In dieser Zeit verlegen Arbeiter 15 Kilometer Kabelanlagen, errichten 70 Schächte und 20 Gleisquerungen sowie eine neue Weiche in Dellbrück.

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Nach der Fertigstellung wird die S11 im Zehn-Minuten-Takt verkehren, in den Stoßzeiten fast alle fünf Minuten. Um die steigenden Fahrgastzahlen zu bewältigen, sind neue Mittelbahnsteige am Kölner Hauptbahnhof und an der Haltestelle Köln Messe/Deutz geplant. Allerdings gerät das ursprüngliche Fertigstellungsziel Anfang 2032 durch Terminüberschneidungen mit anderen Infrastrukturprojekten ins Wanken.

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer erwartet, dass alle Baugenehmigungen noch in diesem Sommer vorliegen. Damit kann die DB InfraGO mit der Ausschreibung von Aufträgen und der Anmeldung von Streckensperrungen beginnen. Bergisch Gladbachs Erster Bürgermeister Ragnar Migenda äußerte die Hoffnung, dass die Arbeiten bereits Ende 2030 starten könnten – offiziell bleibt es jedoch beim späteren Zeitplan in diesem Jahrzehnt.

Der Ausbau der S11 wird tausenden Pendler:innen schnellere und häufigere Verbindungen bringen. Mit gesicherter Finanzierung und kurz vor der Genehmigung ist das Projekt realistischer denn je. Doch die lange Vollsperrung und die komplexen Bauphasen bedeuten, dass Fahrgäste sich auf Jahre der Einschränkungen einstellen müssen, bevor die Verbesserungen greifen.

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