Schwarz Gruppe baut Mega-Rechenzentrum für europäische Datensouveränität in Brandenburg
Philipp FischerSchwarz Gruppe baut Mega-Rechenzentrum für europäische Datensouveränität in Brandenburg
Schwarz Digits, Teil der Schwarz Gruppe, investiert 11 Milliarden Euro in neues Rechenzentrum in Lübbenau, Brandenburg
Die Tochtergesellschaft der Schwarz Gruppe errichtet in Lübbenau ein hochmodernes Datenzentrum mit 100.000 Grafikprozessoren (GPUs), das eine zehnmal höhere Rechenleistung als das jüngste Projekt von Deutsche Telekom und Nvidia bieten soll. Neben der Verarbeitung der eigenen Daten des Konzerns wird das Zentrum überschüssige Kapazitäten auch an externe Kunden vermieten.
Die Initiative ist Teil eines größeren Vorhabens Europas, die Kontrolle über die digitale Infrastruktur zurückzugewinnen. Immer mehr Unternehmen und Regierungen suchen nach Alternativen zur Dominanz US-amerikanischer und chinesischer Technologiekonzerne in den Bereichen Cloud-Dienste und KI-Entwicklung.
Zwei zentrale Aufgaben: Eigennutzung und externe Vermietung Das neue Rechenzentrum dient zwei Hauptzwecken: Zum einen wird es die internen Datenanforderungen der Schwarz Gruppe abdecken. Zum anderen stellt es externe Unternehmen Speicher- und Rechenkapazitäten zur Verfügung. Dies entspricht dem wachsenden europäischen Fokus auf digitale Souveränität – die Idee, dass Daten, Infrastruktur und Wertschöpfung auf dem Kontinent verbleiben sollten.
Schwarz Digits arbeitet bereits mit prominenten Kunden wie der Deutschen Bahn, dem FC Bayern München und der Berliner Charité zusammen. Diese nutzen die Cloud- und Cybersicherheitsdienste des Unternehmens, um sensible Daten unter europäischer Kontrolle zu halten. Die hauseigene STACKIT-Cloud-Plattform, kombiniert mit den Sicherheitslösungen CrowdStrike Falcon, hilft Branchen wie Gesundheitswesen, Finanzen und öffentlicher Verwaltung, die Abhängigkeit von US-Hyperscalern zu verringern.
Europäische Partner setzen auf lokale Lösungen Wichtige europäische Partner sind bereits eingebunden: Die Meierhofer AG betreibt ihr Krankenhaus-Informationssystem in der STACKIT-Cloud, um Datensouveränität zu gewährleisten. Auch die Polizei Baden-Württemberg und die Bundesagentur für Arbeit nutzen die Plattform für sichere staatliche IT-Dienste. Das Softwareunternehmen Zendis, das Verwaltungslösungen entwickelt, setzt die Cloud für Kunden wie den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag ein.
Transparenz als Grundprinzip Schwarz Digits legt großen Wert auf Offenheit: Das Unternehmen setzt auf Open-Source-Technologie, um Quellcode und Datenflüsse nachvollziehbar zu gestalten. So behalten Nutzer die volle Kontrolle über ihre Informationen. Rolf Schumann, Mitgeschäftsführer von Schwarz Digits, befürwortet zwar strengere Regulierung, betont aber, dass Europa in der KI durch verantwortungsvolle Innovation – nicht durch übermäßige Einschränkungen – eine Führungsrolle einnehmen könne. Sein Fokus liegt auf Anwendungsbereichen jenseits großer Sprachmodelle, in denen Europa bereits Stärken besitzt.
Unter der Führung von Schumann und Christian Müller wandelt sich der Einzelhandelsriese Schwarz Gruppe zunehmend zum Anbieter digitaler Infrastruktur. Ziel ist ein eigenständiges europäisches Cloud-Ökosystem, das die Abhängigkeit von ausländischen Tech-Konzernen verringert und gleichzeitig sichere Hochleistungsrechenkapazitäten bereitstellt.
Leistungsstarker Beitrag zur europäischen Cloud-Souveränität Das Rechenzentrum in Lübbenau wird die Cloud-Fähigkeiten Europas deutlich ausbauen. Mit 100.000 GPUs und einem Fokus auf Transparenz bietet es eine Alternative zu nicht-europäischen Anbietern. Kunden aus Gesundheitswesen, öffentlicher Hand und Wirtschaft erhalten Zugang zu sicheren, lokal gehosteten Datendiensten.
Die Investition von Schwarz Digits steht für einen größeren Trend: Europa baut seine eigene digitale Infrastruktur auf, um die Kontrolle über Daten und Technologie zu behalten. Das Projekt soll nicht nur das Wirtschaftswachstum fördern, sondern auch die Einhaltung strenger EU-Vorgaben sicherstellen.






