Siemens plant radikale Umstrukturierung – zwei Sparten vor dem Aus
Philipp FischerSiemens plant radikale Umstrukturierung – zwei Sparten vor dem Aus
Siemens erwägt einen tiefgreifenden internen Umbruch, bei dem zwei seiner wichtigsten Sparten aufgelöst werden könnten. Die geplante Restrukturierung sieht vor, die Bereiche Digital Industries und Smart Infrastructure in eine zentralere Struktur zu überführen. Vorstandsvorsitzender Roland Busch hatte diese Entwicklung hin zu einer integrierten Technologiegruppe bereits vor über einem Jahr skizziert.
Die möglichen Änderungen sind Teil der langfristigen Strategie "One Tech Company", mit der Siemens interne Hürden abbauen und Fachwissen unternehmensweit bündeln will. Sollte der Plan umgesetzt werden, würden die Sparten Digital Industries und Smart Infrastructure nicht mehr als eigenständige Einheiten fortbestehen. Stattdessen würden ihre Geschäftsbereiche direkt der Konzernführung unterstellt.
Aktuell leiten Matthias Rebellius und Cedrik Neike die Sparten Smart Infrastructure bzw. Digital Industries. Die Neuordnung könnte zudem Vertrieb, Einkauf und Entwicklungsprozesse straffen. Siemens hat die Details zwar nicht bestätigt, betonte jedoch, dass vorerst keine Stellenstreichungen geplant seien.
Das Unternehmen hatte bereits 2018 sein Medizintechnik-Geschäft unter dem Namen Siemens Healthineers ausgegliedert. Stand September 2025 beschäftigte Siemens weltweit rund 318.000 Mitarbeiter, davon etwa 4.500 am Standort Amberg – rund 2.400 davon in der Sparte Smart Infrastructure. Zu einem aktuellen Bericht der "Handelsblatt" über die Pläne wollte sich Siemens nicht äußern.
Eine endgültige Entscheidung über die Umstrukturierung steht noch aus. Der Schritt wäre ein weiterer Baustein in Siemens' Bestrebungen, das operative Geschäft enger zu verzahnen. Die Gesamtbelegschaft bleibt vorerst unverändert; mit kurzfristigen Entlassungen ist nicht zu rechnen.






