Skandal um Weimers Jugendwerk: Aktivistin versteigert umstrittene Kopfpilz-Ausgabe
Philipp FischerSkandal um Weimers Jugendwerk: Aktivistin versteigert umstrittene Kopfpilz-Ausgabe
Eine seltene Ausgabe der umstrittenen Debütgedichtsammlung Kopfpilz von Kulturminister Wolfram Weimer ist wieder aufgetaucht. Die Aktivistin Martha Root übergab das Buch an die Deutsche Nationalbibliothek und stellte später eine digitalisierte Version kostenlos online zur Verfügung.
Weimer veröffentlichte Kopfpilz 1986 im Alter von 22 Jahren im Selbstverlag. Die Gedichte enthalten derbe und geschmacklose Themen, darunter Gewalt und sexuelle Übergriffe.
Der Satiriker Jan Böhmermann machte im November 2022 in einer Folge des ZDF Magazin Royal auf die Sammlung aufmerksam. Root, eine lautstarke Kritikerin Weimers, argumentiert seitdem, dass seine Weigerung, sich mit dem Inhalt des Werks auseinanderzusetzen, mit seiner Rolle als Kulturminister unvereinbar sei.
Sie kritisierte zudem seine Entscheidung, linksextreme Buchhandlungen von einer Preisverleihung auszuschließen, und äußerte Bedenken hinsichtlich möglicher Interessenkonflikte. Im Dezember 2022 infiltrierte Root auf dem Chaos Communication Congress die rechtsextreme Dating-Plattform White Date.
Root plant nun, ein physisches Exemplar von Kopfpilz zu versteigern – der gesamte Erlös kommt der Initiative Lesen Hilft zugute. Weimers Ministerium hatte zuvor die vorübergehende Aussetzung des Bibliotheksausbaus als „Moratorium“ bezeichnet.
Die Versteigerung wird das Buch der Öffentlichkeit erneut zugänglich machen. Roots Handeln hat die Debatte über Weimers Vergangenheit und seine aktuellen Verantwortlichkeiten neu entfacht. Die Einnahmen werden Leseförderprogramme von Lesen Hilft unterstützen.






