Abwasseranalyse enthüllt: Wo in Europa am meisten Cannabis und Kokain konsumiert wird
Philipp FischerAbwasseranalyse enthüllt: Wo in Europa am meisten Cannabis und Kokain konsumiert wird
Eine neue Studie hat den Drogenkonsum in 63 europäischen Städten durch die Analyse von Abwasser untersucht. Der Bericht 2025 des Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) verfolgte Rückstände von Cannabis, Kokain, Amphetamin, Methamphetamin, MDMA und Ketamin. Während sich bei einigen Substanzen Trends verschoben, blieb der Cannabiskonsum im Vergleich zum Vorjahr stabil.
Der Konsum von Cannabis variierte stark zwischen den Städten. Genf verzeichnete die höchsten Werte und führte damit die europäische Rangliste an. Auch die Niederlande, Deutschland und Slowenien wiesen einen erhöhten Konsum auf, wobei Berlin mit 172 Milligramm THC-COOH pro 1.000 Einwohner täglich den vierten Platz belegte. Frankfurt folgte auf Platz 9 mit etwa 150 Milligramm, während Mainz mit 130,6 Milligramm auf Rang 15 landete.
Bei anderen Substanzen zeigte die Studie gegensätzliche Entwicklungen. Der MDMA-Konsum ging in ganz Europa zurück, während der Gebrauch von Kokain und Ketamin in vielen Städten zunahm. Die Forscher dokumentierten diese Verschiebungen bei der Auswertung von Abwasserproben auf Drogenrückstände.
Die Ergebnisse bieten einen aktuellen Einblick in die Drogengewohnheiten städtischer Bevölkerungsgruppen. Durch die Analyse von Abwasser konnte die EBDD den Konsum in Echtzeit erfassen – ohne auf selbstberichtete Daten angewiesen zu sein. Diese Methode ermöglicht eine präzisere Darstellung der Trends in verschiedenen Regionen.
Der Bericht unterstreicht den stabilen Cannabiskonsum, zeigt aber auch veränderte Muster bei anderen Drogen. Städte wie Genf, Berlin und Frankfurt wiesen die höchsten Cannabiswerte auf, während Kokain und Ketamin einen Anstieg verzeichneten. Die Erkenntnisse helfen Behörden, Konsumtrends besser zu verstehen und öffentliche Gesundheitsmaßnahmen entsprechend anzupassen.






