Wolf beißt Frau in Hamburg-Altona – was passiert jetzt mit dem Tier?
Tobias NeumannWolf beißt Frau in Hamburg-Altona – was passiert jetzt mit dem Tier?
Wolf greift Frau in Hamburg-Altona an – Tier vorerst in Auffangstation
Ein Wolf hat in Hamburg-Altona eine Frau angegriffen, nachdem diese versucht hatte, das Tier aus einem Durchgang mit automatischen Türen zu befreien. Bei dem Vorfall biss das Tier sie ins Gesicht. Die Behörden haben den Wolf inzwischen gefangen und in eine Wildtierstation gebracht, während über sein weiteres Schicksal entschieden wird.
Das Tier wurde ohne Betäubung eingefangen und in die Wildtierstation Klövensteen im Stadtteil Rissen verbracht. Helmut Dammann-Tamke, Präsident des Deutschen Jagdverbands (DJV), warnte, dass die langfristige Haltung eines Wildtiers in Gefangenschaft tierschutztechnische Bedenken aufwerfe. Er schlug zwei Lösungen vor: entweder die Tötung des Wolfs oder seine Freilassung mit einem Peilsender, um seine Bewegungen zu überwachen.
Dammann-Tamke betonte, dass Wölfe in Deutschland lernen müssten, Menschen auszuweichen. Er verwies auf einen Fall aus dem Jahr 2016, bei dem ein Wolf namens Kurti getötet worden war, obwohl er sich weniger aggressiv verhalten hatte als in diesem Vorfall. Seiner Ansicht nach kann die Entnahme einzelner Wölfe das Verhalten des gesamten Rudels beeinflussen und künftige Konflikte verringern.
Der Angriff reiht sich in eine Serie jüngster Wolfsbegegnungen in Hamburg ein. Zwar ist die genaue Anzahl der Tiere in der Region unbekannt, doch wurden bisher 21 Sichtungen bestätigt. Zu früheren Vorfällen zählen ein Wolf, der eine Frau in einem Einkaufsbereich biss, sowie ein weiteres Tier, das tot auf einer Autobahn gefunden wurde. Wölfe kehrten 1998 nach 150-jähriger Abwesenheit nach Deutschland zurück; im vergangenen Jahr zählte man bundesweit 219 Rudel, 43 Paare und 14 Einzeltiere.
Dammann-Tamkes übergeordnetes Ziel ist es, Konflikte zwischen Menschen, Wölfen und Weidetieren zu minimieren. Er warnte, dass bei weiteren Vorfällen die Behörden konsequent handeln müssten – gegebenenfalls auch durch die Tötung des Wolfs. Der gefangene Wolf befindet sich weiterhin in vorübergehender Obhut, während die Verantwortlichen über das weitere Vorgehen beraten. Eine Freilassung mit Peilsender könnte helfen, künftige Zusammenstöße zu vermeiden. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Spannungen, da die Wolfspopulation in Deutschland wächst und Begegnungen mit Menschen häufiger werden.






