09 May 2026, 12:17

AfD-Politiker Tillschneider provoziert mit Rede zum 81. Jahrestag der Befreiung

Offenes Buch mit handgeschriebenen Tagebucheintragungen eines deutschen Soldaten, der im Zweiten Weltkrieg getötet wurde, gefüllt mit detailliertem Text.

AfD-Politiker Tillschneider provoziert mit Rede zum 81. Jahrestag der Befreiung

Dr. Hans-Thomas Tillschneider, stellvertretender Landesvorsitzender der AfD Sachsen-Anhalt, hielt bei den Feierlichkeiten zum 81. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus eine umstrittene Rede. Darin stellte er die historische Aufarbeitung der Nachkriegszeit infrage und bezeichnete sie als Kultur der „absurden Schuld“ und „imaginären Kollektivschuld“.

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Tillschneider erkannte zwar die Bedeutung der Befreiung 1945 an, deutete die militärische Niederlage Deutschlands jedoch als „Amputation großer deutscher Kulturlandschaften“. Eine echte Auseinandersetzung mit der Vergangenheit habe es seiner Ansicht nach nie gegeben – stattdessen hätten sich die Deutschen im Nachhinein auf die Seite der Sieger geschlagen, um Schuldgefühlen zu entgehen.

Er kritisierte die berühmte Rede Richard von Weizsäckers aus dem Jahr 1985 als „geistige Kapitulation“ und warf ihr vor, ein verzerrtes Geschichtsbild zu zementieren. Unter Bezugnahme auf Franz Josef Strauß bezeichnete Tillschneider die endlose Beschäftigung mit der Vergangenheit als „ewige Buße“, die eine „normale deutsche Identität“ verhindere.

Der AfD-Politiker ging noch weiter und behauptete, die Ausrichtung seiner Partei führe nicht zu einer „stolzen Zukunft“, sondern stoße Deutschland in „geistige Isolation“ zurück. Seine Äußerungen sorgten für Aufsehen, da sie Jahrzehnte etablierter historischer Reflexion infrage stellten.

Tillschneiders Rede steht in direktem Widerspruch zum langjährigen deutschen Umgang mit dem NS-Erbe. Indem er die Erinnerungskultur als „Schuldkultur“ brandmarkte, positionierte er die AfD gegen den gesellschaftlichen Konsens in der historischen Aufarbeitung. Seine Aussagen dürften die Debatten über nationales Gedächtnis und politische Identität neu entfachen.

Quelle