Berlin startet erstes komplett digitales Zivilverfahren in Deutschland 2026
Lotta BrandtBerlin startet erstes komplett digitales Zivilverfahren in Deutschland 2026
Berlins Amtsgericht Schöneberg startet am 15. April 2026 Deutschlands erstes voll digitalisiertes Zivilverfahren
Ab dem 15. April 2026 führt das Amtsgericht Schöneberg in Berlin als erstes deutsches Gericht ein komplett digitales Zivilverfahren ein. Im Rahmen des Pilotprojekts werden Forderungsstreitigkeiten bis zu einem Streitwert von 10.000 Euro über ein Online-System abgewickelt. Bisher bietet kein anderes deutsches Gericht ein vergleichbares Verfahren für solche Fälle an.
Die Neuerung wurde nach einem Vorschlag von Justizsenator Felor Badenberg (CDU) von der Senatskanzlei genehmigt. Sie ermöglicht es Klägern, Prozesse vollständig online einzureichen und zu verwalten – ohne persönliche Gerichtstermine. Zudem sollen Videoverhandlungen in Zivilverfahren eine größere Rolle spielen, um physische Präsenztermine zu reduzieren.
Digitale Werkzeuge sollen das Verfahren nutzerfreundlicher gestalten, etwa durch sichere Kommunikationskanäle für die Einreichung von Dokumenten und Beweismitteln. Der Pilotversuch konzentriert sich auf Zahlungsstreitigkeiten und vereinfacht die Schritte von der Klageerhebung bis zur Entscheidung. Bei Erfolg könnte das Modell auf andere Gerichte und Verfahrensarten ausgeweitet werden.
Das digitale Pilotprojekt des Amtsgerichts Schöneberg markiert einen wichtigen Schritt zur Modernisierung des deutschen Ziviljustizsystems. Durch den Verzicht auf papierbasierte Abläufe und die Einführung von Online-Verhandlungen will das Gericht Verfahren beschleunigen und Bürokratie abbauen. Die Ergebnisse werden zeigen, ob ähnliche Systeme bundesweit eingeführt werden.






