24 March 2026, 06:22

Neue EU-Energieklassen: Wie die A-bis-G-Skala Immobilienwerte in Deutschland verändert

Liniengraph, der die jährliche Erzeugung von elektrischer Energie von 2021 bis 2022 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Neue EU-Energieklassen: Wie die A-bis-G-Skala Immobilienwerte in Deutschland verändert

Deutschland bereitet sich auf eine grundlegende Reform seiner Gebäudenergievorschriften vor, um sie an die verschärften EU-Standards anzupassen. Die bekannten Effizienzklassen von A+ bis H werden bald verschwinden und durch eine neue Skala von A bis G ersetzt – wie es die überarbeitete Energieeffizienzrichtlinie für Gebäude (EPBD) vorsieht. Diese Änderung wird sich auf Immobilienwerte, Mietverträge und Sanierungspläne im gesamten Land auswirken.

Die aktualisierten EU-Regeln, die im Mai 2024 verabschiedet wurden, verlangen von allen Mitgliedstaaten, das neue Klassifizierungssystem bis zum 29. Mai 2026 umzusetzen. Deutschland könnte jedoch Verzögerungen drohen, da es derzeit das bestehende Gebäudeenergiegesetz (GEG) durch das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) ersetzen will. Die energieeffizientesten Gebäude – also solche mit einem nahezu Nullenergiebedarf und einer vollständigen Versorgung mit erneuerbaren Energien – werden künftig in die Klasse A eingestuft. Die 15 % der am wenigsten effizienten Immobilien hingegen landen in Klasse G.

Mit dem neuen System werden Energieausweise bei der Verlängerung von Mietverträgen oder größeren Sanierungen verpflichtend. Vermieter und Verkäufer, die die korrekte Effizienzklasse nicht angeben, müssen mit Bußgeldern von bis zu 10.000 Euro rechnen. Zudem plant die Bundesregierung die Einführung eines "Gebäudesanierungsfahrplans", der Eigentümern eine schrittweise Anleitung zur Verbesserung der Energieeffizienz ihrer Immobilie bietet.

Bis 2030 müssen alle Neubauten in der EU emissionsfrei sein, während öffentliche und gewerbliche Gebäude – wo möglich – mit Solartechnik ausgestattet werden sollen. Ziel ist es, den durchschnittlichen Primärenergieverbrauch von Wohngebäuden um mindestens 16 % zu senken. Ältere Energieausweise, die noch nach dem aktuellen GEG ausgestellt wurden, könnten an Glaubwürdigkeit verlieren, sobald die neue Skala in Kraft tritt.

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Die Umstellung auf das A-bis-G-System wird voraussichtlich einen zweigliedrigen Immobilienmarkt schaffen: Gebäude der Klasse A könnten eine höhere Nachfrage und Premiumpreise erzielen, während Immobilien in Klasse G aufgrund ihrer Ineffizienz mit einem "Öko-Abschlag" rechnen müssen. Eigentümer und Mieter müssen sich anpassen, da die neuen Vorschriften in den kommenden Jahren die Energiestandards und Bewertungen von Immobilien grundlegend verändern werden.

Quelle