Niedersachsens Landwirte trotzen Frost und Dürre bei der Wintergemüseernte

Admin User
2 Min.
Wurzelgemüse und Pflanzen auf einem Tisch mit Kisten voller Kürbisse und Gurken darunter.

Niedersachsens Landwirte trotzen Frost und Dürre bei der Wintergemüseernte

Wintergemüseernte in Niedersachsen auf Hochtouren – trotz Frost und Dürre

Während in Niedersachsen eisige Temperaturen herrschen, läuft die Wintergemüseernte auf vollen Touren. Landwirte arbeiten noch im Dezember, setzen dabei auf bewährte Methoden und moderne Technik, um Rote Bete, Pastinaken und andere Sorten einzubringen. Trotz wachsender Herausforderungen bleibt die Nachfrage nach dem saisonalen Gemüse ungebrochen.

Ein Bio-Landwirt wie Carsten Krieger hat zu einer ungewöhnlichen Lösung gegriffen: Ein 700.000-Euro-teurer Roboter-Unkrautjäter soll hartnäckige Beikräuter auf seinen Feldern bekämpfen. Andere Bauern hingegen kämpfen mit finanziellen Engpässen, weil Dürre und extremes Wetter die Vermarktung ihrer Ware als hochwertiges Tafelgemüse erschweren.

Wintergemüse ist seit Jahren ein Markenzeichen Niedersachsens – doch diese Saison bringt zusätzliche Schwierigkeiten mit sich. Die Landwirte Stephan und Leonard ernten weiter, trotz Kälte und Widrigkeiten. Wie viele andere mussten sie sich an immer trockenere Bedingungen anpassen. Ein Bauer ging sogar dazu über, seine Felder direkt nach der Aussaat zu bewässern, nur um die Keimung der Samen zu sichern.

Doch die Probleme enden nicht bei der Dürre. Carsten Krieger, Bio-Landwirt in der Region, hat einen mutigen Schritt gewagt und in einen hochmodernen Roboter-Unkrautjäter investiert. Die 700.000 Euro teure Maschine wurde auf seinem Hof getestet, um Unkraut ohne Chemikalien zu bekämpfen – ein umstrittenes, aber innovatives Vorgehen. Während einige die hohen Kosten hinterfragen, sieht Krieger darin ein notwendiges Werkzeug, um seine Bio-Zertifizierung unter schwierigen Bedingungen zu halten.

Trotz aller Widrigkeiten sind Wintergemüse so gefragt wie nie. Die NDR-Fernsehreihe Die Nordreportage hat kürzlich die Ernte begleitet und die harte Arbeit hinter den Feldern gezeigt. Doch nicht alle Bauern profitieren davon. Extreme Dürre hat bei manchen zu so starken Qualitätsverlusten geführt, dass sie ihre Ware nicht mehr zu Premiumpreisen verkaufen können und mit geringeren Erlösen Vorlieb nehmen müssen. Die Situation spiegelt einen größeren Trend wider: Winterkulturen sind zunehmend denselben Klimabelastungen ausgesetzt wie andere Feldfrüchte. Trockenperioden und unberechenbares Wetter machen Ertrags- und Qualitätsprognosen immer schwieriger.

Doch die Ernte geht weiter. Die Landwirte setzen auf Erfahrung und neue Technologien, um die Nachfrage zu bedienen. Die Wintergemüsesaison in Niedersachsen bewegt sich zwischen Tradition und Innovation. Bauern wie Krieger testen kostspielige Lösungen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, während andere mit Ernteausfällen durch dürregeschädigte Felder kämpfen. Doch eines ist klar: Die Nachfrage nach Wintergemüse bleibt stark – und die Landwirte der Region geben nicht auf, auch wenn die Herausforderungen wachsen.