Rébecca Chaillons provokante Performance La Parabole du Seum feiert Wiener Premiere
Philipp FischerRébecca Chaillons provokante Performance La Parabole du Seum feiert Wiener Premiere
Eine mutige neue Performance feiert bei den Wiener Festwochen im Odeon Premiere. Unter dem Titel La Parabole du Seum (Die Parabel der Säure) handelt es sich um das neueste Werk der Regisseurin Rébecca Chaillon. Die Inszenierung lässt sich von Octavia Butlers Roman Parabel vom Sämann sowie den realen Lebensgeschichten eines Popstars und eines Astrophysikers aus einem stigmatisierten Vorort inspirieren.
Die Aufführung beginnt ungewöhnlich: Ein Schauspieler verteilt Butter an das Publikum, das eingeladen wird, sie zu kosten und an einer Verlosung teilzunehmen. Sieben Darsteller betreten anschließend die Bühne und teilen persönliche Erzählungen über ihre Körper, ihre Herkunft und ihre Kämpfe mit dem Gewicht.
Die Produktion verbindet groteskes Absurde mit emotionaler Tiefe. Die Performenden überziehen einander mit Gelee und schaffen dabei eindrucksvolle, mitunter verstörende Bilder. Gleichzeitig übt das Stück Kritik an Reality-TV-Formaten wie The Biggest Loser und deren Darstellung von Gewichtsverlust. Es erkundet die Lebensrealitäten dicker Menschen und bietet eine Mischung aus ungewöhnlichen, berührenden und bewusst ermüdenden Momenten.
Der Titel La Parabole du Seum spielt mit mehreren Bedeutungsebenen und spiegelt die vielschichtigen Themen der Inszenierung wider. Die Performance stellt gesellschaftliche Körperbilder und Stigmatisierungen infrage. Mit dieser Premiere unterstreicht Chaillon einmal mehr ihren Ruf für provokante und zum Nachdenken anregende Arbeiten.






