Wie E-Auto-Besitzer in Baden-Württemberg mit LadeFlexBW Geld verdienen und das Stromnetz stabilisieren
Lotta BrandtWie E-Auto-Besitzer in Baden-Württemberg mit LadeFlexBW Geld verdienen und das Stromnetz stabilisieren
Pilotprojekt in Baden-Württemberg: Wie E-Auto-Besitzer das Stromnetz entlasten – und dabei Geld verdienen
Ein realer Feldversuch in Baden-Württemberg erprobt, wie Besitzer privater Elektrofahrzeuge (E-Autos) das Stromnetz stabilisieren und dabei ein Zusatzeinkommen erzielen können. Das seit September 2023 laufende Projekt LadeFlexBW umfasst mittlerweile rund 1.200 Teilnehmer, die ihre Ladegewohnheiten anpassen – und dafür finanziell belohnt werden. Das System funktioniert ohne Einschränkungen im Alltag oder die Notwendigkeit intelligenter Stromzähler.
LadeFlexBW nutzt die bestehenden Energiemarktstrukturen in Deutschland und beweist, dass netzdienliches Laden auch mit Standard-Lastprofilen möglich ist. Die Teilnehmer müssen weder ihren Stromanbieter wechseln noch ihre Tarife anpassen, da die Flexibilität unabhängig vom Strombezug vermarktet wird. So entsteht für die Fahrer eine zusätzliche Einnahmequelle – ganz im Sinne der europäischen Bestrebungen, die Nachfragesteuerung im Energiesystem auszubauen.
Das Projekt ist so angelegt, dass es sich problemlos ausweiten lässt: Das System kann von einigen hundert bis zu zehntausenden E-Autos skaliert werden. Bis Anfang 2026 werden realweltliche Daten gesammelt, die zeigen, wie bereits kleine Anpassungen im Ladeverhalten die Belastung des Netzes verringern können. Der freiwillige, marktbasierte Ansatz stellt sicher, dass die Fahrer die Kontrolle behalten und gleichzeitig zu einem stabileren Energiesystem beitragen.
Branchenexperten sehen in LadeFlexBW einen wichtigen Schritt hin zu einer breiteren Einführung flexibler Energielösungen. Oliver Strangfeld, Vorstandsmitglied bei TransnetBW, betont, dass solche Reallabore die Lücke zwischen Pilotprojekten und flächendeckender Umsetzung schließen helfen. Dominique Gross, Geschäftsführer von Intelligent Energy System Services (IE2S), will hingegen ein Erlösmodell testen, das E-Auto-Besitzer für ihre Flexibilität entlohnt. Die Ergebnisse könnten künftige Strompreismodelle, digitale Ladedienste und Regularien für dezentrale Netzdienstleistungen prägen.
Zudem untersucht das Projekt, wie die E-Mobilität besser mit erneuerbaren Energien verzahnt werden kann. Die Erkenntnisse aus LadeFlexBW könnten Einfluss auf Netzentgelte, neue Mobilitätsangebote und politische Maßnahmen nehmen, die einen saubereren und effizienteren Energieeinsatz fördern.
Bis Anfang 2026 wird LadeFlexBW konkrete Belege liefern, wie private E-Auto-Fahrer das Stromnetz unterstützen und gleichzeitig finanziell profitieren können. Gelingt der Versuch, könnte dies weitreichende Änderungen bei der Strompreisgestaltung, digitalen Dienstleistungen und den Rahmenbedingungen für dezentrale Flexibilität nach sich ziehen. Dank des skalierbaren Ansatzes ließen sich die Lehren des Projekts bald auf zehntausende weitere Fahrer in ganz Deutschland übertragen.






