WM 2026: Wie Fußball-Fieber die deutsche Wirtschaft 1,3 Milliarden Euro kostet
Philipp FischerWM 2026: Wie Fußball-Fieber die deutsche Wirtschaft 1,3 Milliarden Euro kostet
Die Fußball-WM kostet deutsche Unternehmen Milliarden – durch Produktivitätsverluste
Die laufende Weltmeisterschaft belastet die deutsche Wirtschaft schwer: Durch ausgefallene Arbeitszeit entstehen hohe Kosten. Mit Rekordzahl von 104 Spielen, die sich über fast fünf Wochen erstrecken, finden viele Partien spätabends oder frühmorgens statt. Das führt zu erheblichen Störungen im Arbeitsalltag vieler Betriebe.
Schätzungen zufolge verlieren deutsche Arbeitnehmer während des Turniers rund zwölf Arbeitsstunden. Im Schnitt wenden Beschäftigte täglich 26 Minuten ihrer Arbeitszeit für WM-Inhalte auf. Weltweit gibt etwa jeder siebte Arbeitnehmer zu, heimlich während der Arbeitszeit Spiele zu verfolgen.
Das deutsche Arbeitsrecht räumt Beschäftigten kein generelles Recht ein, während der Arbeitszeit der WM nachzugehen. Gerichte haben zwar entschieden, dass das Hören von Spielübertragungen im Radio in der Regel zulässig ist – vorausgesetzt, es stört neither Kollegen noch die Arbeitsleistung. Wer jedoch nach nächtlichen Spielen zu spät kommt, muss mit disziplinarischen Maßnahmen rechnen.
Erscheint ein Mitarbeiter betrunken zur Arbeit, nachdem er Spiele verfolgt hat, dürfen Arbeitgeber ihn ohne Lohnfortzahlung nach Hause schicken. Die Gesamtkosten durch Produktivitätsausfälle für die deutsche Wirtschaft werden auf etwa 1,3 Milliarden Euro geschätzt.
Der verlängerte Turnierzeitraum und die ungewöhnlichen Anstoßzeiten stellen Unternehmen vor besondere Herausforderungen. Betrieben bleibt nichts anderes übrig, als gegen Mitarbeiter vorzugehen, die ihre Pflichten vernachlässigen oder unfit zur Arbeit erscheinen. Die wirtschaftlichen Folgen zeigen einmal mehr, welch weitreichende Auswirkungen Großveranstaltungen im Sport haben können.






